Auszüge aus dem John-Lennon-Interview
Auszüge aus dem John-Lennon-Interview
Auszüge aus dem
John-Lennon-Interview
Jonathan Cott
Rolling Stone, 23. November 1968, S. 11–13+
Das Interview fand in der provisorischen Kellerwohnung von John Lennon und Yoko Ono in London statt — einer Wohnung, in der unter anderem schon Jimi Hendrix, Ringo Starr und William Burroughs gewohnt hatten. Doch die Wohnung wirkte ebenso sehr nach John und Yoko wie der indische Räucherduft, der das Wohnzimmer erfüllte. Die Wände waren bedeckt mit Fotos von John, von Yoko, einer riesigen Sgt.-Pepper-Fahne, Richard Chamberlains Plakatcollage aus Zeitungsausschnitten über die Drogenrazzia bei den Stones und dem Time-Titelbild mit den Beatles…
Als wir am nächsten Nachmittag, dem 18. September, eintrafen, ging John im Zimmer umher und summte etwas, das wie „Hold Me Tight“ klang — er sang das Lied einfach vor sich hin. Alte Fünfzigerjahre-Singles lagen überall auf dem Boden verstreut, und John legte die Version von „Give Me Love“ von Rosie and the Originals auf. Wir sprachen über den Text von Gene Vincents „Woman Love“. Obwohl er nur zwei Stunden geschlafen hatte, bat uns John, uns auf den Boden zu setzen und mit dem Interview zu beginnen…
Wie heißt die B-Seite von „Angel Baby“ — der Song, den du vor Beginn des Interviews gespielt hast?
„Give Me Love“ von Rosie and the Originals. Eine großartige Platte. Sie ist eine der großartigsten schrägen Platten überhaupt, alles ist völlig aus dem Takt, und jeder überhört es — sie haben die B-Seite in zehn Minuten hingeworfen. Ich rede Yoko ein Loch in den Bauch und erzähle ihr, das ist es, darum geht es. Es gibt nur eine einzige Zeile auf dieser Platte der Miracles — „I’ve Been Good To You“ —, wo es heißt „You got me Cry-y-y-y-eying“, ohne Luft zu holen, ein wunderschönes kleines Stück, das ich immer wieder gern höre. Ich finde, er [Smokey Robinson] hat die perfekteste Stimme, weißt du; ich glaube nur, die Gruppe ist in einen so eintönigen Trott geraten, dass es das Ganze wirklich verdirbt.